Das widersprüchliche Sparverhalten der Deutschen

Eine große Mehrheit der Deutschen will auch in diesem Jahr weiter kräftig sparen – auch für die private Altersvorsorge. Die meisten vertrauen dabei allerdings nach wie vor auf das gute alte Sparbuch. Sie sind zwar gegen Negativzinsen, obwohl sie inflationsbedingt längst darunter leiden.

Trotz historisch niedriger Zinsen wollen 73 Prozent der Deutschen 2020 Geld zurücklegen. Knapp 49 Prozent wollen sogar mehr oder genauso viel sparen wie im Vorjahr. Und vor allem von der jüngeren Generation der 18- bis 29-Jährigen will ein Drittel 2020 wieder mehr für die finanzielle Absicherung im Alter anlegen, wie jetzt eine repräsentative Onlineumfrage der Norisbank GmbH ergab.

Das wichtigste Anliegen der Deutschen bei der Geldanlage ist weiterhin die Sicherheit mit 52 Prozent. Flexibilität in der Anlage spielt für 31 Prozent die wichtigste Rolle. Der Renditeaspekt spielt nur für eine kleine Minderheit von zehn Prozent eine große Rolle bei der Geldanlage, obwohl 47 Prozent der Befragten befürchten, dass die getätigten Geldanlagen nicht ausreichen werden, um den aktuellen Lebensstandard auch im Alter halten zu können, denn 62 Prozent der Befragten haben Angst vor steigender Inflation, so die Ergebnisse einer repräsentativen Studie zum Anlageverhalten der Deutschen von der Gothaer Asset Management.

Aktuell liegt die Jahresteuerung in Deutschland bei 1,7 Prozent, und Experten sind sich einig, dass es mit der Inflation eher weiter nach oben als nach unten geht. Das bedeutet aber für Sparer und Anleger: Sie brauchen mehr als 1,7 Prozent Jahresrendite, um den teuerungsbedingten Wertverlust ihres Kapitals auszugleichen.

Das geht mit Investmentfonds nicht nur relativ einfach sondern – mittelfristig – auch ohne größeres Risiko. So zeigt die aktuelle Statistik des Fondsverbands BVI, dass sich beispielsweise mit Aktienfonds, die in Deutschland anlegen, in den vergangenen fünf Jahren eine jährliche Wertsteigerung von gut sechs Prozent erzielen ließ. Selbst auf Sicht von 20 Jahren, in denen es etliche Börsencrashs gab, liegt die durchschnittliche Jahresrendite noch bei 3,4 Prozent.

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