Deutsche gewöhnen sich an Minizinsen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält an ihrer Niedrigzinspolitik fest – mindestens über den Sommer 2019 hinaus, so die Zentralbanker auf ihrer jüngsten Sitzung. Die Deutschen gewöhnen sich aber offenbar an die Minizinsen, zeigt eine aktuelle Studie.

Die EZB macht weiter keine Hoffnung auf wieder höhere Guthabenzinsen. Doch den deutschen Sparern scheint das zunehmend egal zu sein. Welche Geldanlagen sie in der Niedrigzinsphase bevorzugen und von welchen sie sich verabschieden, zeigt das aktuelle „Vermögensbarometer“ des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), für gut 2700 Menschen in ganz Deutschland befragt wurden.

Danach behaupten 39 Prozent der Befragten, dass sie sich wegen ihrer Ersparnisbildung keine Sorgen machen würden. In den Umfragen von 2016 (26 Prozent) und 2017 (25 Prozent) gab es noch wesentlich weniger sorgenfreie Sparer. Trotz anhaltender Minizinsen sehen die Deutschen die Chancen auf erfolgreiches Sparen und positiven Vermögensaufbau also deutlich optimistischer.

Laut „Vermögensbarometer“ könnte dieser Sinneswandel damit zusammenhängen, dass viele planen, ihre Geldanlageform in geeigneter Form an die Niedrigzinsphase anzupassen. Von den Befragten gaben 18 Prozent an, ihr Anlageverhalten durch die Wahl anderer Produkte an die niedrigen Zinsen umzustellen. Die meisten von ihnen wollen dabei künftig auf Immobilien (31 Prozent), auf Investment-/Immobilienfonds (26 Prozent) oder auf Aktien (24 Prozent) umsteigen.

Die Geldanlageformen, von denen die deutschen Sparer sich verabschieden wollen, sind zuvorderst das Sparbuch (53 Prozent). Ihr Tagesgeldkonto wollen elf Prozent der Wechselwilligen loswerden, beim Festgeld sind es sieben Prozent und bei der Lebensversicherung zwei Prozent.

Komplette Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands

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