Schleichende Geldentwertung nimmt Fahrt auf

Trotz mickriger Zinsen für Einlagen auf dem Sparbuch und dem Tages- oder Festgeldkonto ist die Sparquote hierzulande in den vergangenen drei Jahren gestiegen. Das führt dazu, dass die Vermögen der Deutschen nach Abzug der Preissteigerung immer mehr an Kaufkraft verlieren.

In einem aktuellen Beitrag des Bundesverbands deutscher Banken geht es um die realen Verluste rein sicherheitsorientierter Anleger, die in festverzinsliche Anlagen investieren: Sie verzeichnen in Zeiten der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank nach Abzug der Inflationsrate einen negativen Realzins. Unterm Strich steht ein Minus, so das Fazit der Studie.

Bei der deutschen Inflationsrate von 2,5 Prozent im Oktober und einer Rendite von 0,4 Prozent für zehnjährige Bundesanleihen sind es zum Beispiel 2,1 Prozent des Anlagewertes, den die Sparer einbüßen. Zum Vergleich: Bei der Euro-Bargeldeinführung 2002 betrug die Inflationsrate 1,4 Prozent, die Anleiherendite aber 4,8 Prozent, was einer realen Verzinsung um 3,4 Prozent bedeutet.

Trotz ihres realen Vermögensverlustes ändern die Deutschen kaum etwas in ihrem Spar- beziehungsweise Anlageverhalten. Mehr als ein Drittel ihres Geldvermögens der privaten Haushalte lagert auf Girokonten, in Termin- oder Festgeldanlagen. Der Anteil der Spareinlage am verfügbaren Einkommen in Deutschland ist in den vorigen Jahren stattdessen sogar gestiegen.

Die Sparquote der Deutschen lag 2014 noch bei 8,9 Prozent und ist bis Ende vorigen Jahres auf 9,9 Prozent gewachsen. Als möglichen Grund dafür zeigen Umfragen des Bankenverbandes, dass zwar nur knapp jeder zweite Sparer mit dem Ertrag seiner Geldanlage zufrieden ist. Doch neun von zehn Deutschen seien nicht bereit, für höhere Chancen mehr Risiko einzugehen.

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