Verkaufsschlager offene Immobilienfonds

Anfang des Jahrtausends und während der Finanzkrise waren sie schon fast totgesagt. Doch jetzt erleben offenen Immobilienfonds einen regelrechten Ansturm der Anleger. Kein Wunder, in Zeiten von Minirenditen bietet diese Fondsgattung eine attraktive Verzinsung bei relativ geringem Risiko.

Anleger haben die offenen Immobilienfonds als Alternative zu Anleihen oder Festgeld wiederentdeckt. Tatsächlich war die Renditedifferenz zu Bundesanleihen so hoch wie zuletzt vor zehn Jahren. Das ist der Hauptgrund für den enormen Mittelzufluss, den diese Anlagegattung derzeit erlebt.

Laut Statistik des Fondsverbands BVI (Stichtag 30. September) verzeichneten die offenen Immobilienfonds in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres frisches Anlegerkapital in Höhe von fast 8,3 Milliarden Euro – rund doppelt so viel, wie im gleichen Zeitraum 2018.

Ein wichtiger Grund für das wieder gestärkte Vertrauen der Anleger war die Neuregelung des Gesetzgebers 2013. Seitdem gibt es eine Mindesthaltefrist von zwei Jahren, außerdem muss die Rückgabe von Fondsanteilen mit einer Frist von zwölf Monaten angekündigt werden.

Damit hat sich zwar die Flexibilität der Anlagegattung verschlechtert, doch Investments in offene Immobilienfonds sollten ohnehin mittel- bis langfristig gesehen werden und als attraktive Beimischung für die private Altersvorsorge dienen.

Renditemäßig können offene Immobilienfonds zwar nicht mit im Inland anlegenden Aktienfonds mithalten, die laut BVI-Statistik in den vergangenen fünf Jahren eine jährliche Rendite von durchschnittlich 5,8 Prozent erwirtschaftet haben. Immo-Fonds kamen im gleichen Zeitraum „nur“ auf 3,2 Prozent im Jahr. Allerdings ist das Kursrisiko bei Immo-Fonds mit einer Volatilität von 0,6 extrem gering. Die Volatilität der Aktienfonds liegt laut BVI durchschnittlich bei 16,5.

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